Herkunft und Geschichte

Herkunft und Geschichte

Die ersten Berichte über arbeitende Schäferhunde stammen aus Italien, aus der Zeit kurz vor Christi Geburt, nachdem die Römer in Britannien eingefallen waren und mehrere dieser Hunde nach Italien mitgenommen hatten.

Auch um das Jahr 800 nahmen die Wikinger bei ihrer Rückkehr von Feldzügen gegen Britannien Hirtenhunde mit in ihre Heimat.

Die erste Beschreibung über die Arbeitsweise des heutigen Border Collies stammt von John Caius, Leibarzt von Königin Elisabeth I., festgehalten im Buch Of Englishe Dogges aus dem Jahre 1576.

In England und Schottland entstanden im 16. Jahrhundert Hütehunde, aus denen sich allmählich die Collies als hochgeschätzte Helfer der Schäfer entwickelten. Vor allem auf großflächigen, kargen Weiden wurden diese Hunde zum Sammeln der Tiere und die Betreuung und Pflege der Herde unentbehrlich. In einer damals noch in Lateinisch verfaßten Schrift „De Canibus Britannicus“ werden Mitte des 16. Jahrhunderts mittelgroße Hütehunde beschrieben, deren Führung durch den Schäfer und deren Arbeitsweise an der Schafherde an die heutigen Border Collies denken läßt.

Die Rassebezeichnung „Border Collie“ geht auf seine geographische Herkunft zurück, dem Grenzland (Border=Grenze) zwischen England und Schottland, und wird seit 1910 verwendet. Die Herkunft und die Bedeutung des Wortes „Collie“ ist dagegen nicht ganz eindeutig.

Der ursprüngliche Border Collie entwickelte sich zum überragenden Schafspezialisten und verdrängte auch weitgehend andere britische Hütehunde aus ihrem Arbeitseinsatz.

Als Stammvater des heutigen Border Collies gilt Old Hemp (1893–1901), im Besitz des Farmers Adam Telfer. Dieser Hund verfügte über außergewöhnliche Hütefähigkeiten und wurde deshalb zum bedeutendsten Zuchtrüden seiner Rasse.

Die Schaffarmer lernten, ihre unentbehrlichen Helfer, die Border Collies, mehr und mehr zu schätzen. Viele waren stolz auf ihre intelligenten und gehorsamen Hunde und setzten ihren Ehrgeiz daran, einen überragenden Hund auszubilden und zu besitzen.

1873 wurde erstmals ein „Sheepdogtrial abgehalten, in dem die Hunde ihre Leistungen im Wettbewerb zu ihren Konkurrenten zeigen konnten. Diese Trials fanden in den folgenden Jahren immer häufiger und an verschiedenen Plätzen statt. Für ihren Aufbau und ihre Bewertung der Aufgaben bildeten sich allmählich einheitliche Regeln heraus. Die einzigartigen Fähigkeiten der Border Collies und ihre Arbeitsweise an den Schafherden unter Wettkampfbedingungen beobachten zu können, gefällt vielen Leuten. So wurden die Veranstaltungen in England zunehmend populär. Sogar eine Fernsehserie „One Man and his dog“, die den sportlichen Hütehundewettkampf zum Inhalt hat, begeistert viele Zuschauer. Die Border Collies haben sich inzwischen über ihr Ursprungsgebiet hinaus weltweit verbreitet. Als unentbehrliche Schafarbeitshunde werden sie bei den Schafhaltern geschätzt. Auch der Trialsport, der ihre Arbeitsweise demonstriert, gewinnt in vielen Ländern außerhalb Englands immer mehr Freunde.

1906 wurde die ISDS (International Sheep Dog Society) in England gegründet. Diese Organisation führte ein Register für arbeitende Hunde ein, einziges Kriterium für die Aufnahme war die Hüteleistung. Die allgemeine Überzeugung war und ist, daß ein Standard, der irgendwelche Körpermerkmale, sei es Körberbau, Haarlänge, Ohrenform oder Fellfarbe vorschreibt, einen verderblichen Einfluß auf das Zuchtziel – excellent arbeitende Hütehunde – haben würde. Erst 70 Jahre später, nachdem Border Collies auch außerhalb der Schafherde zunehmend beliebter wurden und auch zu anderen Zwecken gehalten und gezüchtet wurden, übernahm der Britische Kennel Club auch Border Collies in seine Obhut. Hier wurde ein Standard aufgestellt und die Hunde wurden zur Begutachtung im Showring vorgeführt.

Von der FCI wird der Border Collie seit 1976 anerkannt. In Deutschland gibt es Border Collies seit den 1970er Jahren, 1978 wurde der erste Border Collie ins Zuchtbuch des Clubs für Britische Hütehunde eingetragen.